Vitamin B: Die Erfolgspille für das Networking

Es gibt viele Wege, um die Karriere anzukurbeln. Motivation und Disziplin gehören definitiv dazu – viel wichtiger ist jedoch eins: Networking. Ob bei der Beförderung oder Bewer­bung, Vitamin B ist im Job essenziell. Im beruflichen Kontext entscheidet das richtige Netz­werk häufig über Sieg oder Niederlage, denn es geht nichts über den persönlichen Draht. Es ist also eine Investition in die Zukunft, seinen geschäftlichen Bekannten­kreis stetig zu erweitern und einen bleibenden positiven Eindruck bei seinen Mitmenschen zu hinterlassen. Wie funktioniert Networking genau? Sollte der Aufbau von Kontakten analog oder digital stattfinden?

„Beziehungen schaden vor allem dem, der keine hat“ – Ohne Vitamin B geht in vielen Bereichen gar nichts – schon gar nicht, wenn eine große Karriere angestrebt wird. Entsprechend raten beispielsweise Karrierecoaches dazu, sich ein strate­gisches Netzwerk zu spinnen. Sinnvollerweise werden dabei analoge als auch digitale Wege miteinander verknüpft.

Persönliche Ebene aufbauen und Vertrauen schaffen beim Networking

Es gilt die Faustregel: Es sollte eine nachhaltige Verbindung zum Gegenüber aufgebaut werden. Anders als beim oberflächlichen Smalltalk nach einem Meeting oder bei einer Veranstaltung sollten hier die Persönlichkeit und relevante Gespräche im Fokus stehen, um Vertrauen und eine Ebene aufzubauen. Face-to-face lässt sich bei neuen Kontakten eine bessere Beziehung erzeugen als per Telefon oder E-Mail-Kontakt. Die Kunst ist es dabei, einen Gesprächsanfang zu finden – denn getreu dem Motto „aller Anfang ist schwer“, stellt dies für viele eine Hürde bzw. Hemm­schwelle dar. Nicht jeder ist ein „Redetalent“ und hier gilt: Übung macht den Meister. Wer ins kalte Wasser springt und das Gespräch beginnt, der wird merken, dass der Gesprächsverlauf sich häufig von selbst ergibt.

Strategisch analog netzwerken

Ob beim Mittagessen in der Kantine, auf einer Tagung oder im Aufzug – Chancen zum analogen Networking gibt es zahlreiche – sie müssen nur genutzt werden. Die eigene Ausgangssituation und Ziele zu definieren, hilft dabei, sich eine passende Strategie für das Handeln zurechtzulegen.

1. Die eigene Position definieren: Welche Kontakte habe ich? Welche Position nehme ich dabei ein?

2. Wenn der eigene Stellenwert im Netzwerk ermittelt wurde, können die „Beziehungen“ der anderen Mitglieder beleuchtet werden. Welche Netzwerke und Kontakte haben diese, die von Nutzen sein können? Über welche Person aus meinem Netzwerk erreiche ich beispielsweise einen einflussreichen Part, der bei der beruflichen Entwicklung unterstützend sein könnte?

3. Nachdem einflussreiche Personen in strategischen Positionen eruiert wurden, sollten der Kontaktaufbau und ein nachhaltiger Kontakt das Ziel sein. Ein einflussreicher Mentor fördert den Gang über die Karriereleiter erheblich.

4. Kontakte aktivieren bzw. nur dann kontaktieren, wenn sie „gebraucht“ werden – das kommt beim Gegenüber häufig nicht gut an. Daher gilt: Kontakte müssen dauerhaft gepflegt werden. Zwar sollten stetig neue hinzukommen, allerdings dürfen „ältere“ nicht vernachlässigt werden, denn wer kontinuierlich in Kontakt mit seinen Netzwerkmitgliedern steht, der kann bestehende Kontakte, wenn sie benötigt werden, schneller und einfacher aktivieren.

5. Das Netzwerk sollte breit aufgestellt sein und sich über unterschiedliche Bereiche erstrecken. Firmenveranstaltungen, Kongresse, Messen und vieles mehr können dazu beitragen, Kontakte aus unterschiedlichen Unternehmen, Abteilungen und Branchen zu generieren.

Digitales Networking pflegen

Mehr und mehr Menschen nutzen soziale Netzwerke als Informationsquelle und für den Wissens­austausch. Früher wurden einflussreiche Kontakte primär auf Präsenzveranstaltungen wie Messen, Meetings und vieles mehr gefunden – heute findet das Networking in weiten Teilen im World Wide Web statt. Was gibt es dabei zu beachten?

Soziale Netzwerke sind heute Gold wert. Sie bieten viel Potenzial, um sich weiterzuentwickeln und sein berufliches Umfeld zu erweitern. So können beispielsweise durch Suchfunktionen in den sozialen Netzwerken passende Personen für geplante Projekte oder die berufliche Entwicklung gefunden werden. Die Kontaktlisten von bestehenden Geschäftspartnern und Freunden enthalten außerdem häufig für das eigene Netzwerk relevante Personen. Allerdings sollten Kontaktanfragen gezielt versendet werden. „Klasse statt Masse“ sollte hier die oberste Prämisse sein.

Ein wesentlicher Vorteil des digitalen Netzwerkes ist, dass dies sich nicht nur durch eigene Initiative vergrößert, sondern Kontakte, Schlagworte, Gruppen und weiteres als Multiplikatoren fungieren. Schlagworte, Hashtags usw. sollten also gezielt gewählt werden.

Auch digital zählt Authentizität

Häufig entscheidet der erste Eindruck. Ist das auch digital so? Beim digitalen Vernetzen sollte natürlich ebenso auf das Verhalten und die Ansprache geachtet werden wie beim analogen Interagieren.

Gemeinsamkeiten verbinden. Themen, die unsere Zielgruppe interessieren, sind das A und O. Postings sollten einen Mehrwert bieten. Ein gelegentlicher und mit Bedacht gewählter Einblick ins Privatleben kann Sympathie und Authentizität fördern.

Kontakte sind wie Orchideen, die ohne die richtige Pflege irgendwann eingehen. Auch digital gilt es, kontinuierlich in Kontakt zu bleiben – jedoch, ohne aufdringlich zu sein. Ob via Twitter, LinkedIn, Instagram oder Facebook – mal ein Gruß zum Geburtstag oder die Frage nach dem Befinden halten Kontakte aufrecht.

Fazit – erfolgreiches Networking

Networking ist in vielen Berufen eine entscheidende Komponente für die Karriere. Netzwerken funktioniert generell sowohl online als auch offline. Welche Art des Networkings bevorzugt wird, das ist grundsätzlich eine Frage des Charakters. Insbesondere für eher introvertierte Netzwerker, die ungern wildfremde Menschen ansprechen, ist das Online-Networking eine gute Alternative. Allerdings reicht es auf Dauer oft nicht aus, online vernetzt zu sein – auf dem Weg zum Erfolg folgt irgendwann die persönliche Kommunikation. Online-Kontaktaufnahme kann jedoch helfen, Hemmschwellen oder Hürden zu überwinden. Den bestmöglichen Erfolg bringt ein gesunder Mix aus Online- und Offline-Vernetzung.

Welche Rolle das Auftreten und „Benimm“ im Geschäftsleben spielen, das erfahrt ihr in unserem Beitrag: „Eine Frage des Benehmens: Knigge-Tipps für den Umgang mit Kunden“

Sven Eulberg
About 
Sven Eulberg ist einer der Gründer und Geschäftsführer der netclusive GmbH. Als Technik-Geek ist er immer auf der Suche nach Innovationen und Trends.