Das neue Weihnachtsgeschäft: Checkliste für Online-Händler

Corona verändert auch das Weihnachtsgeschäft – zu Gunsten des Online-Handels. Dies unterstrich jüngst eine Studie des IFH Köln. 52 Prozent der Befragten gaben an, in diesem Jahr volle Innenstädte eher meiden zu wollen und 41 Prozent möchten ihre Einkäufe überwiegend online tätigen. Der Anteil der Online-Weihnachts­einkäufe soll gemäß der Erhebung im Vergleich zu 2019 um zehn Prozentpunkte steigen. Online-Strategien werden folglich für Händler damit wichtiger denn je. Doch was müssen Online-Händler beachten, um sich für das Weihnachtsgeschäft in diesem Jahr optimal aufzustellen? Das zeigen wir anhand unserer Checkliste.

Die Coronakrise hat den Handel maßgeblich verändert – unter anderem durch neue Bedürfnisse der Konsumenten. Viele Kunden haben Hobbies neu entdeckt oder aufleben lassen, ihre Wohnräume renoviert oder in Fahrräder & Co. investiert.

Der Online-Handel profitiert außerdem seit einigen Monaten von der kaufkräftigen Generation der Silver Surfer (die über 55-jährigen Konsumenten). Diese waren bisher eher Nachzügler im Bereich E-Commerce, haben aber auf Grund der Pandemie ihr Online-Verhalten drastisch verändert.

Das angepasste Konsumverhalten sowie der zwangsläufige Wandel in Richtung Online-Einkauf werden das diesjährige Weihnachtsgeschäft bestimmen.

Die Top 5, worauf Händler jetzt besonders achten sollten, haben wir in unserer Checkliste zusammengefasst:

Website- und SEO-Optimierung auf Weihnachtsgeschäft ausrichten

Der Kunde gelangt heute in der Regel über die Suchmaschine in den Online-Shop. Daher sollte die Website hinsichtlich Keyword-Optimierung und weiteren SEO-Faktoren kontinuierlich gepflegt sein. Dazu empfiehlt sich der Einsatz saisonaler Keywords. Ein SEO-Plan rund um die Weihnachts-Keywords sollte schon einige Monate imVoraus vorbereitet und umgesetzt werden, denn meist indexieren Suchmaschinen die Inhalte nicht sofort. Bei der Recherche der meistgesuchten Keywords zu Weihnachten können Google Tools wie der Keyword Planner unterstützen.

Zudem ist die Suche nach Schnäppchen bei den Deutschen sehr beliebt. Daher sollten Online-Shops mit ihrem Content zum Beispiel Worte wie „Rabatte“, „Coupons“ und „Promotion“ verwenden.

Außerdem sollten Online-Händler Backlinks generieren, um in der Suchmaschine sichtbar zu werden und möglichst hoch zu ranken. Zusätzlich führen optimierte und qualitativ hochwertige Bilder mit einem entsprechend hinterlegten Keyword für eine gute Platzierung bei Google & Co. sowie zu einer hohen Interaktionsrate.

Ist der Kunde auf der Website gelandet, sollte er dort möglichst einladend und kundebindend empfangen werden. Schmücken Sie also Ihren Online-Shop weihnachtlich. Dazu gehört unter anderem der Austausch von Header-Bildern oder Hintergrundbildern etc.

Spezielle X-Mas-Rabatte und -Aktionen integrieren

Weihnachten ist Geschenkezeit. Beschenken Sie also Ihre Kunden: Zahlreiche Online-Händler nutzen insbesondere zu Weihnachten den kostenfreien Versand als „Rabattangebot“ für die Käufer. Der Gratisversand sollte kurz vor Weihnachten außerdem mit einer garantierten Lieferzeit einhergehen, damit das Geschenk pünktlich zum Weihnachtsabend eintrifft.

Onlineshops können zudem mit Codes und Aktionen direkt auf der Startseite ihrer Website wer­ben oder zum Beispiel Unterseiten nutzen, die eine Auflistung von Rabatten und Codes für User bieten. Zusätzlich sollte der Online-Händler darauf achten, damit verbundene kleingedruckte Bedingungen zu integrieren: Diese dürfen keinesfalls vergessen werden, da die meisten Gutscheine oder Aktionen an bestim­mte Voraussetzungen geknüpft sind und dies dem Interessenten vermittelt werden muss.

Einfache und vielfältige Bezahlmöglichkeiten anbieten

Der Bezahlprozess ist einer der häufigsten Gründe für Kaufabbrüche. Gestalten Sie diesen also einfach und komfortabel. Bieten Sie gängige vertrauenswürdige Bezahlmethoden an – dazu zählen beispielsweise PayPal, Amazon Payment, Klarna und die klassische Rechnung. Hier gilt: Je vielfältiger die Auswahl und je einfacher der Prozess, desto geringer die Kaufabbrüche.

Versandoptionen an Käuferbedürfnisse anpassen  

Zwei von drei Käufern brechen im Schnitt ihren Einkauf im Check-out ab, da die angebotenen Versandoptionen und Paketdienste nicht zufriedenstellend sind. Und in der Weihnachtszeit sowie danach (z.B. bedingt durch Einlösung von Gutscheinen) empfiehlt es sich für Händler, mit Netz und doppeltem Boden zu arbeiten. Wer lediglich einen Paketdienstleister nutzt, läuft Gefahr, dass keine rechtzeitige Zustellung mehr erfolgt. Ein Backup an Paketdiensten ist unabdingbar.

Zudem sollte der Händler Track & Trace – die Zurückverfolgung von Paketen – einsetzen, Durch die Transparenz über den aktuellen Sendungsstatus wird Vertrauen aufgebaut und dies wird der Kunde honorieren. Abschließend sollte immer ein kostenfreier Rückversand angeboten werden und der Rücksendeaufkleber bereits im Paket enthalten sein.

Hochwertige Verpackung als Markenbotschafter

Was verbinden wir schon als Kind mit Weihnachten? Geschenke auspacken. Daher ist eine Verpackung, die beispielsweise eine Markenbotschaft enthält, eine kostenfreie Werbung für das Unternehmen. Die Verpackung ermöglicht es der Marke „zu sprechen“, noch bevor das Produkt dies tut. Zudem besitzt eine hochwertige „Hülle“ einen hohen Wiedererkennungs-wert.

Kurzum: Wer jetzt die Customer-Journey optimiert – von der Google-Suche bis zum Eintreffen des Paketes beim Kunden – der kann als Profiteur aus dem Weihnachtsgeschäft hervorgehen.

Sven Eulberg
About 
Sven Eulberg ist einer der Gründer und Geschäftsführer der netclusive GmbH. Als Technik-Geek ist er immer auf der Suche nach Innovationen und Trends.