Wie erstelle ich überzeugende Texte für die Online-Welt?

In Zeiten von Infografiken und zunehmendem Videocontent treten gute Texte vermeintlich in den Hintergrund. Doch weit gefehlt – insbesondere für gutes Online-Marketing und Social Media sind hochwertige Texte entscheidender denn je. Themenrelevante, fehlerfreie und gut lesbare Texte erzeugen Aufmerksamkeit und Vertrauen bei der Zielgruppe. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Leser fesseln und worauf Sie dabei achten müssen.

Es gibt zahlreiche Arten von Texten, die im Marketing eingesetzt werden – ob auf der Website, im Blog, als Pressetext, als Verkaufstext und vieles mehr. Beispielsweise lässt sich durch entsprechen­de Texte die Verweildauer auf der Website oder im Blog erhöhen. Oder die Konversionsrate mit Texten, die Begehrlichkeiten wecken und Call-to-Action-Aufforderungen beinhalten, steigern. So unterschiedlich die Formen und Anforderungen von PR-, Marketing- und Vertriebstexten auch sind, einige Gemeinsamkeiten haben sie – und dies gilt es dabei zu beachten:

Online ist nicht gleich offline – Schnell konsumierbarer Content ist gefragt

Online und mobil lesen die Menschen anders als offline: Sie lesen schneller und überfliegen die Texte (Skimming). Da die Aufmerksamkeitsspanne geringer ist, sollte die Zielgruppe keinen Buchstaben­salat serviert bekommen, sondern gut strukturierte Texte. Leser benötigen Orientierung anhand einer knackigen Einleitung, aussagekräftigen Überschriften, fett gedruckten Be­griffen und vielem mehr.

Viele Redakteure bauen Online-Texte ähnlich wie klassische Offline-Artikel auf. Intuitiv erzeugen sie erst langsam den Spannungsbogen, um später die eigentliche „News“ zu verkünden. Bei Print­texten ist dies in einigen Fällen sinnvoll, doch online funktioniert es in der Regel anders. Langatmiger Content sollte durch ein knackiges homogenes Gesamtbild ersetzt werden.

Der Online-Text sollte mit einem kurzen aussagekräftigen Overview starten. So erfährt die Zielgruppe sofort die News und hier entscheidet sich bereits, ob der Leser weiterliest oder „abspringt“. Daher sind aussagekräftige Thesen essenziell, um den Leser zum Weiterlesen zu bewegen. Auch im weiteren Verlauf ist es wichtig, schnell konsumierbare Informationen zu bieten.

Da Leser online schneller lesen und dabei häufiger „aussteigen“ als offline, sollte der Text den Leser nicht nur am Anfang fesseln, sondern auch im weiteren Verlauf. Fakten sind gefragt. Dabei sollten Ankerpunkte durch Zwischenüberschriften, Bulletpoints etc. geschaffen werden. So kann sich der Leser schnell orientieren. Kernaussagen sollten optisch unterstrichen werden. Mit Fettdruck und prägnanten Überschriften wird Aufmerksamkeit und Neugierde geweckt. Eine gute Strukturierung gilt aber für jeden Text – ganz gleich, ob print oder online.

Verständlich, aussagekräftig und prägnant gleich für Google relevant

Einer der wichtigsten Leser eines Online-Textes ist heute neben dem Menschen auch Google. Die Suchmaschine weiß genau, was sie sehen will: kurze, aussagekräftige Sätze und vor allem relevanten Content, sinnvoll (nicht überfrachtet) mit entsprechenden Keywords gespickt. Der Text sollte demnach auf den Punkt formuliert sein und einen Mehrwert für den Leser und die Suchmaschine bieten. Doch worauf kommt es Google genau an? Ein paar wichtige Regeln, die übrigens auch der Leser bevorzugt:

– Die Wortwahl ist aktiv und konkret: Der Fokus liegt auf geläufigen Wörtern und vermeidet Fremdwörter und zu viele Fachbegriffe.

– Passivkonstruktionen, zu lange und verschachtelte Sätze sowie zu lange Wörter sollten vermieden werden.

– Spannende Formulieren, Wortspiele und Sprache in Bildern werden bevorzugt.

– Eine kreative Überschrift und ein knackiger Teaser lenken die Aufmerksamkeit auf den Text.

– Relevante Keywords werden vorher definiert und befinden sich in der Überschrift, dem Teaser und dem folgenden Text.

– Der Text enthält sinnvolle Überschriften, die nach H1 und H2 etc. gegliedert werden und spätestens nach 300 Wörtern gesetzt werden.

– Relevante interne und externe Links steigern die Relevanz für Google.

Last but not least – Das Beste kommt zum Schluss

Ein guter Schluss rundet den Text ab. Dies kann durch ein Fazit geschehen, aber auch eine eigene Meinung, ein Tipp oder eine Experteneinschätzung bilden gute Textabschlüsse. Das Ziel ist es immer, den Leser nicht zu verlieren – bis zum Schluss – und damit die Absprungrate so gering wie möglich zu halten. Zudem steigt bei einem beliebten Text die Weiterverbreitung, beispielsweise über soziale Netzwerke. Des Weiteren lassen sich durch Handlungsaufforderungen oder offene Fragen, die zur Diskussion anregen, weitere Multiplikatoreffekte erzielen. Interessante, gut konsumierbare Texte, die Spaß machen, binden den Leser und er freut sich auf die Fortsetzung.

Sven Eulberg
About 
Sven Eulberg ist einer der Gründer und Geschäftsführer der netclusive GmbH. Als Technik-Geek ist er immer auf der Suche nach Innovationen und Trends.