Was wir von der SMX 2017 in München mitnehmen

Wer sich auf der Landkarte der SEO-Konferenzen umsieht, wird unweigerlich auf die SMX München treffen. Seit Jahren hat sich die Veranstaltung etabliert – nicht nur bei Besuchern, sondern auch bei den Sprechern. Und das vollkommen zu Recht: zwei Tage geballtes SEO-Wissen in bis zu sechs unterschiedlichen Tracks mit internationalen Sprechern und Gästen. Angesichts des fantastischen Programms fällt es schwer, die Highlights zu benennen – wir wollen es dennoch probieren und sehen uns drei Kernthemen etwas genauer an.

Insight #1 der SMX 2017: Sprachassistenten werden mächtiger

Wir befinden uns erst am Anfang einer bedeutenden Entwicklung. Apple Siri, Google Home oder Amazon Echo sind zwar schon eine Weile auf dem Markt, deren Potenzial ist allerdings bei Weitem nicht ausgeschöpft. Es wird nicht mehr lange dauern, bis diese Assistenten auf den Sprachbefehl „Spiel mir Musik“ erkennen, in welchem Gemütszustand wir uns befinden und die dafür passenden Tracks abspielen. Durch Zugriff auf unsere mobilen Kalender wissen die Systeme, dass wir gerade auf dem Weg zum Workout sind und versorgen uns mit motivierender und aufputschender Musik. Oder sie erkennen, dass wir nur eine Stunde später zum Essen mit der/dem Partner/in anlässlich eines Jahrestages verabredet sind und spielen uns genau die Songs, die wir mit unserer Beziehung verbinden.

Insight #2 der SMX 2017: Voice Search wird SEO verändern

Suchmaschinenoptimierung bedeutet heutzutage noch, dass wir unsere Angebote mindestens auf Seite 1 der SERPs platzieren wollen, um Sichtbarkeit bei potenziellen Kunden zu erzeugen. Mit der steigenden Bedeutung von Voice Search wird es allerdings darum gehen, nicht ein Ergebnis unter zehn auf der ersten Seite zu sein, sondern genau die eine Antwort zu besetzen, die der digitale Assistent auf eine ihm gestellte Frage ausgibt. Rand Fishkin, begnadeter Redner und Urgestein der Suchmaschinenoptimierung, bringt es auf den Punkt: „From results to answers.“ Suchanfragen werden sich weg von einer Stichwortsuche und immer mehr hin zu richtigen Fragen entwickeln. Die Antworten unserer digitalen Assistenten werden zunehmend beeinflusst von persönlichen Präferenzen, von unserem aktuellen Standort, von unseren bisherigen Suchanfragen etc. Und je besser die digitalen Systeme uns kennenlernen, desto unwahrscheinlicher ist ein enttäuschender Restaurantbesuch, denn: Uns wird zukünftig genau das eine Restaurant empfohlen, das unsere individuellen Erwartungen annähernd genau erfüllt. Die Zeiten, in denen wir aus einer empfohlenen Liste von zehn Restaurants auswählen müssen, sind bald vorbei. Ob diese Entwicklung ausschließlich positiv zu bewerten ist? Das lassen wir unbeantwortet, denn einerseits werden viele Menschen die letzte Entscheidung unter den zehn beliebtesten Restaurants im näheren Umfeld selbst treffen und sich nicht von einer Maschine bevormunden lassen wollen. Andererseits sollten sich Nutzer stets eine kritische Distanz bewahren. Schließlich ist es nicht ausgeschlossen, dass die Antworten der digitalen Assistenten bezahlte Werbung sein könnten – zumindest vermuten einige Experten dies hinter einem Vorfall aus der letzten Woche, als Google Home auf den Kinostart von „Die Schöne und das Biest“ verwies.

Insight #3 der SMX 2017: Qualität und nichts als Qualität

Suchmaschinen werden täglich besser darin, die wahre Intention unserer Suchanfrage zu verstehen. Bei der Suche nach „Bienenstich“ wird die Maschine entscheiden, ob ich ein gutes Rezept für einen Kuchen wünsche oder ob ich Tipps zur Behandlung eines Bienenstichs benötige – und sie wird zukünftig in den allermeisten Fällen richtig liegen. Bewährte SEO-Methoden, wie beispielsweise Linkbuilding, haben weiterhin ihre Berechtigung, es wird aber noch viel mehr als heute schon darum gehen, den Suchenden mit dem Angebot einer Website die höchste Qualität der Antworten zu liefern. Um dieses Ziel zu erreichen, werden Suchmaschinen gesteigerten Wert auf eine hohe Click-Trough-Rate (CTR) legen, da sie eine aussagekräftige Größe unter den diversen Indikatoren zur Bewertung der inhaltlichen Qualität einer Website ist.

Und wer diesen Artikel nur gelesen hat, um möglichst konkrete SEO-Tipps zu erhalten, dem können wir zusammenfassend die Kernaussage des ebenfalls fantastischen Redners Wil Reynolds ans Herz legen: „Optimiert nicht nach Keywords, sondern hört den Menschen zu und erkennt, welche Bedürfnisse sie haben und wonach sie suchen!“

In diesem Sinne: Wir warten schon jetzt gespannt auf die SMX 2018!

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David Remmler
Über 
David Remmler ist Marketing Manager bei der netclusive GmbH. In guten wie in schlechten Zeiten hält er zum 1. FC Köln, er mag die rote Asche des Tennisplatzes und er hat sich damit abgefunden, dass in seinen Skiurlauben immer schlechtes Wetter ist.

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