Vom Zufall zum Unternehmenserfolg: Das Serendipity-Prinzip

Serendipity-Prinzip

Jeder kennt sie: Diese kleinen bunten Post-its, die oftmals auf dem Schreibtisch im Büro liegen. Doch geplant war diese Innovation nicht. Sie war vielmehr eine zufällige Entdeckung von Spencer Silver. Der Wissenschaftler versuchte ursprünglich einen superstarken Klebstoff zu entwickeln – stattdessen hat er versehentlich einen wiederverwendbaren Haftklebstoff mit geringer Klebrigkeit entwickelt. Viele bahnbrechende Entdeckungen der Menschheit sind tatsächlich als Nebenprodukte von völlig anderen Forschungsabsichten entstanden. Dieses Serendipity-Prinzip kann in Unternehmen im Hinblick auf Neuerungen eine wichtige Rolle spielen. Wie kann diesen „Zufalls-Innovationen“ auf die Sprünge geholfen werden?

Innovationen sind nicht immer planbar – häufig sogar Glückssache. So entstehen sie oft durch Serendipity: Die überraschende Entdeckung von wichtigen Dingen, die gerade nicht gesucht wurden und die praktisch dem Zufall geschuldet sind. Unternehmen leben von Innovationen und können gezielt Stellschrauben betätigen, um eine derartige Entwicklung zu beschleunigen. In einer Literaturübersicht von 2015 resümiert der Informationswissenschaftler Naresh Agarwal vom Simmons College in Boston (USA), Serendipity basiere vor allem auf zwei Faktoren: »preparedness« und »noticing« – also für den Wink des Zufalls bereit zu sein und ihn im richtigen Augenblick zu erkennen.

So entstand auch das Penicillin, das Millionen von Menschen bereits das Leben gerettet hat. Der Bakteriologe Alexander Fleming entdeckte in einer angeschimmelten Petrischale, dass rund um die Schimmelpilze die Bakterien gestorben waren bzw. deren Wachstum verhindert worden war. Eine zufällige Entdeckung, die von herausragender Bedeutung für die Menschheit ist.

Aufmerksam und risikobereit sein

Viele Impulse für bahnbrechende Entwicklungen entstanden zunächst durch einen Zufall und mit einer gehörigen Portion Glück. Doch es braucht noch eine Zutat: Ein Forscher wie Alexander Fleming muss die Fähigkeit besitzen, über den Tellerrand zu schauen. Hätte Alexander Fleming die schimmelige Schale einfach entsorgt, ohne sich darüber Gedanken zu machen, was dort gerade vor sich geht, wäre diese Entdeckung verborgen geblieben.

Und es erfordert Mut. Wenn zum Beispiel ein Forscher in der Sackgasse steckt, führt es häufig zum Erfolg, ursprüngliche Ideen und Gedanken zu verwerfen. Eine offene Haltung gegenüber Neuem und die Bereitschaft, dabei auch Fehler zu machen, eröffnet ungeahnte Chancen. Durch Zufall auf Innovationen zu stoßen bzw. sie zu entwickeln, wird durch folgende Eigenschaften gefördert: Schnelle Entscheidungsbereitschaft, hohe Flexibilität, Neugier und keine Angst zu scheitern.

Offen für Ideen und Impulse sein

Ob in Wissenschaft oder Unternehmen: Am Anfang einer Entwicklung steht immer eine Ursprungsidee. In der Entwicklungsphase zeigt sich aber erst, ob diese Vision Realität werden kann. Und dabei helfen häufig neue Impulse von außen. Denn selten entstehen Innovation durch nur eine Person.

Übertragen auf ein Unternehmen bedeutet das: Ein Teammeeting oder ein Abendessen mit Kollegen kann die Entdeckung des Tages fördern, wenn neue Denkansätze zusammenkommen. Vielleicht hat die Kollegin genau das fehlende Puzzlestück für das Projekt, das ins Stocken geraten ist. Um diese Ideenfindung im Team zu fördern, können Unternehmen zum Beispiel Kreativräume anbieten. Neue Erkenntnisse können gesammelt werden. Potenzial haben dabei insbesondere Begegnungen mit Menschen, die im Arbeitsalltag nicht permanent zusammenarbeiten, sondern die eher unverbindlich in Kontakt stehen.

Austausch durch digitale Netzwerke fördern

Im persönlichen Austausch entstehen folglich schneller Ideen. Auf Grund mobiler und hybrider Arbeitsmodelle ist dies schwieriger geworden. Daher sollten Arbeitgeber neue Kontaktpunkte der Vernetzung ermöglichen – und das unabhängig vom Arbeitsort. Virtuelle Angebote, wie interne soziale Netzwerke, legen dabei die Basis für die moderne Art des Austauschs.  

Fazit:

Jeder kreative Kopf kann vom Weg abkommen und dann und wann eine Blockade haben. Dann gilt: Offen bleiben für Veränderungen und Neues. Dabei die Gedanken bei einem Spaziergang durch den Wald, einem Telefonat mit Kollegen, einem guten Buch oder einfach einem Nickerchen am Nachmittag resetten. Das kann Wunder – oder neue Ideen – bewirken.  

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