Virtual Reality: ein Blick durch die Marketingbrille

Beam me up: Morgens im Ferrari mit 315 km/h über den Hockenheimring und nachmittags im Produktionswerk der Tochterfirma in Japan … Das klingt realitätsfern? Ist es aber nicht. Es ist Virtual Reality. VR-Technologien öffnen die Tür zu ungeahnten Sphären – und damit zu neuen Business- und Marketingmodellen. Beim Eintauchen in die virtuelle Realität sehen viele Werbetreibende zwar noch verschwommen, aber Experten sind sich einig: Der Blick durch die Marketingbrille lohnt sich. Denn Virtual Reality bleibt im Kopf.

Warum bleibt Werbung, bei der sich alles um 360 Grad dreht, ganz besonders haften? Wir haben die Antwort im Gefühl: Die Begehrlichkeit eines Produktes oder einer Marke steigt mit dem emotionalen Anreiz. Denn oftmals entscheidet nicht der rationale Bedarf, sondern die Emotion und Intuition. Virtual Reality bedient sich dieses Phänomens wie kein anderer: Es entstehen für den Rezipienten Erlebnisse und Reize, die ihm zum Teil völlig neu sind; die Synapsen fahren förmlich Achterbahn. Hinzu kommt, dass Erlebtes sich prinzipiell immer stärker im Gedächtnis verankert als beispielsweise das geschriebene Wort.

Für Unternehmen ergibt sich dadurch eine neue Spielwiese, auf der sie sich zielgruppen­gerecht austoben können – ob zu Schulungszwecken, als Marketingtool oder vieles mehr.

Marketing auf ein neues Level gehoben

So gibt VR Raum, um neue Wege im Marketing zu beschreiten. Storytelling funktioniert plötzlich in ganz anderen Dimensionen: Der Film verlässt die Leinwand und zieht den Empfänger ins Geschehen – er ist mittendrin, statt nur dabei.

Den Herstellungsprozess von Whiskey aus der Perspektive des Getränkes erleben? Erinnert an einen Werbefilm – ist aber virtuelle Realität. Denn der Whiskeyhersteller Jim Beam hat  potenziellen Kunden und Interessenten bei einer Marketingtour einen Einblick der etwas anderen Art in die Entwicklungsstufen des edlen Tröpfchens gewährt. So entsteht Markenidentifikation und damit Kundenbindung. Wer in das Wohnzimmer des anderen eintreten darf, der baut eine persönlichere Ebene zu seinem Gegenüber auf, als wenn er vor der Tür warten muss. Die emotionale Überzeugungskraft, die sich in der virtuellen Realität entfalten kann, hat eine Wirkung, die viele andere Methoden der Kommunikation, Unterhaltung oder Informationsaufnahme in den Schatten stellt.

Der Blick durch die VR-Brille stellt das zu Bewerbende gänzlich in den Mittelpunkt. Die Fokussierung – eines der Kernelemente für erfolgreiches Marketing – trifft hierbei direkt ins limbische System des Konsumenten.

Virtual Reality ist auch im Geschäftsprozess zuhause

Auch Business-Prozesse können durch Virtual Reality-Technologien sinnvoll unterstützt werden. Dies beginnt bei der Weiterbildung und endet längst nicht in der Produktent­wicklung.

„Ich tauche mal kurz ab“, so oder so ähnlich könnte es künftig klingen, wenn Mitarbeiter Neues erlernen. VR-Technologien ermöglichen es, Lerninhalte oder technische Abläufe plastisch zu vermitteln und greifbar zu machen. So reist der neue Auszubildende beispielsweise kurz in die Vergangenheit, um in einem 360 Grad-Video die Historie des Arbeitgebers hautnah im Zeitraffer zu erleben.

Während in dem einen Raum gelernt wird, steht im Nachbarbüro ein Neukunde und begeht gerade das Werk in Japan. Er bedient Förderbänder, steuert Anlagen und sieht sich schließ­lich das fertige Produkt an. Die virtuelle Realität ist in der Lage, Produktionsprozesse zu visualisieren und zu optimieren – und dies so effizient wie nie zuvor.

Hype oder langfristiges Erfolgsmodell?

Die klassischen Marketing- und Informationskanäle sind überfüllt, ausgereizt, austauschbar. Virtual Reality spricht die Sinne neu an und steigert so die Identifikation mit Produkten und Marken. Die Technologien sind vorhanden und mittlerweile auch deutlich erschwinglicher als in der Entstehungsphase. Bei Coca Cola, Lufthansa, Ikea und einigen weiteren Konzernen hat sich Virtual Reality bereits den Weg in die Marketingetagen gebahnt. VR ist in der Realität angekommen und will flächendeckend umgesetzt werden. Daher sollten Unternehmen beginnen, die Welt durch die virtuelle Marketing-Brille zu betrachten.

Vorteile für Business und Marketing:

  • Visualisierung von Informationen
  • Hoher Erinnerungsfaktor
  • Förderung der Markenidentifikation
  • Emotionaler Zugang zu Produkten
  • Prozessoptimierung
  • Zeitersparnis
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Sven Eulberg
Über 
Sven Eulberg ist einer der Gründer und Geschäftsführer der netclusive GmbH. Als Technik-Geek ist er immer auf der Suche nach Innovationen und Trends.

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