Motivationskiller im Job: Das sind die unbewussten Übeltäter

Motivationskiller

Der Bus kam pünktlich, der Kaffee steht bereit und die Aufgaben für den Tag sind klar definiert. Eigentlich der perfekte Start in den Arbeitstag – doch es fehlt ein Begleiter: Die Motivation. Was genau sind die unbewussten Motivationskiller und wie können diese ausgebremst werden?

Viele Menschen haben ihren Job aus Leidenschaft ausgewählt. Sie brennen für ihre Tätigkeit und kommen gern zur Arbeit. Doch es gibt Umstände, die diese natürliche Leidenschaft hemmen – und häufig sind diese weder der Führungskraft noch dem Mitarbeitenden bewusst. So genannte Motivationskiller rauben Kraft und Visionen. Sie führen zu Unzufriedenheit, Gleichgültigkeit und können sogar krank machen – psychisch und physisch. Daher sollte jede Führungsetage und jeder Mitarbeitende die folgenden Motivationsräuber kennen, um ihnen die Macht zu nehmen:

Fehlende Kommunikation

Gute Beziehungen entstehen durch gute Kommunikation. Dazu gehört auch die Meinungsfreiheit im gesamten Team. Häufig fühlen sich Mitarbeitende gehemmt, ihrem Vorgesetzten ihre ehrliche Meinung mitzuteilen, da sie Konsequenzen fürchten oder Angst haben, dass sie nicht ernst genommen werden, weil der Chef unfehlbar scheint. Darum sollten Unternehmen eine offene Kommunikation leben. Sie sollten über den Austausch, Lob und regelmäßiges Feedback dafür sorgen, nah am Mitarbeitenden zu sein. So haben auch Gerüchte keine Chance, die für schlechte Stimmung im Team verantwortlich sein können.

Geringschätzung

Neben einer guten Kommunikationsphilosophie sollte auch die Wertschätzung der Mitarbeitenden nicht außer Acht gelassen werden. Denn Geringschätzung ist ein wahrer Motivationskiller. Dabei muss es kein großes Weihnachtsgeschenk ein Mal im Jahr sein, sondern ein regelmäßiges kurzes „Dankeschön“ signalisiert bereits eine gewisse Wertschätzung. Denn der Vorgesetzte zeigt so, dass er den Mitarbeitenden mit seinen Tätigkeiten wahrnimmt und weiß, wie wertvoll dieser dabei ist. So sollte beispielsweise einem Projektleiter, der gerade alles gegeben hat, um ein Projekt erfolgreich abzuschließen, nicht noch mehr Arbeit zugeteilt werden. Ein freier Nachmittag als Belohnung kann Wunder wirken.

Vetternwirtschaft

Auch Vorgesetzte sind „nur“ Menschen und die Sympathie zu den Mitarbeitenden ist daher in der Regel auch unterschiedlich verteilt. Doch Sympathie darf die Beurteilung der Arbeit nicht beeinflussen. Denn es schadet der Teambildung, wenn der Chef einen „Liebling“ oder Verwandten durch interessante Projekte, mehr Freizeit oder eine Gehaltserhöhung bevorzugt.

Unterbezahlung

Nicht nur ein „Danke“ drückt eine gewisse Wertschätzung aus, sondern auch entsprechendes Gehalt oder Boni. Somit zeigt der Arbeitgeber, dass er die Leistung des Mitarbeitenden sieht und honoriert. Wer nach ein paar Jahren zuverlässiger und guter Arbeit im Unternehmen noch immer keine Gehaltserhöhung oder Gratifikation erhalten hat, der leistet im schlimmsten Falle nur noch Dienst nach Vorschrift.

Zwangsgefühle

Honoriert der Arbeitgeber die Leistungen und fühlt der Mitarbeitende sich wohl im Unternehmen, so steht einer guten Motivation und Arbeitsweise nichts im Wege. Trotzdem empfinden manche Arbeitnehmer einen gewissen Zwang, beispielsweise bei Tätigkeiten, die sie ungern verrichten. Hier gilt es, die eigene innere Einstellung auszutricksen, denn wenn aus dem „müssen“ ein „dürfen“ wird, dann entstehen auch keine Zwangsgefühle. Der Mitarbeitende sollte sich bewusst werden, dass er gewisse Tätigkeiten ausüben darf: „Ich habe mich heute bewusst dazu entschieden, produktiv an diese Aufgabe heran zu gehen, denn ich möchte das Projekt erfolgreich abschließen.“ Vorgesetzte können durch eine offene Kommunikation und Lob den Mitarbeitenden dabei unterstützen, auch bei unliebsamen Aufgaben nicht die Motivation zu verlieren.

Unterforderung

In jedem Job stellt sich irgendwann Routine ein. Dies begünstigt zwar schnelle Arbeitsabläufe, aber kann auch Unterforderung mit sich bringen – denn Mitarbeitende brauchen Abwechslung und Herausforderungen, um sich weiterzuentwickeln. Wer sich dauerhaft langweilt, der schaltet auf Autopilot – und der ist ein Motivationskiller. Daher sollte bei der Jobauswahl bereits auf abwechslungsreiche Tätigkeiten geachtet werden. Außerdem sollten Mitarbeitende bei längerfristiger Unterforderung den Chef ansprechen und um mehr Verantwortung bitten.

Fazit Motivationskiller

Kleinere Motivationstiefs gehören zum Arbeitsalltag. Schleichen sich aber vermehrt Motivationskiller ein, so dämpfen diese dauerhaft den Antrieb und fördern die Unzufriedenheit. Denn viele Menschen sind sich gar nicht bewusst darüber, wie viele Faktoren sich gegen die eigentlich eigene Macht der Motivation verschwören können. Eine Vielzahl innerer und äußerer Motivationskiller arbeitet ständig daran, unser Potenzial zu blockieren und unsere Bereitschaft zu Leistung und Erfolg zu untergraben. Daher sollten insbesondere Führungskräfte die Ursachen frühzeitig erkennen, um ihnen entgegenzuwirken.

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