Die virtuelle Messe erobert das B2B-Land

Zwingt uns die Corona-Krise zu einem massiven Wandel eines der wichtigsten Vertriebs- und Marketingtools der B2B-Branche? Der Bruch mit der deutschen Messe­tradition? Die Anpassung von bisher bewährten Methoden an neue Umstände bedeutet es in jedem Fall. Neue Technologien unterstützen mittlerweile nicht mehr nur die Organisation und Durch­führung von Events, sondern komplette Messen werden spätestens seit der Corona-Entwicklung zunehmend virtuell abge­halten. Entsprechende Tools bilden Konferenzräume, Vorträge, Bühnen und Messestände ab und fügen die virtuelle Messe zusammen.

Besonders im B2B-Segment sind Messen ein wesentlicher Bestandteil des Marketingmix. Mit der dortigen Präsenz steigern Unternehmen ihren Bekanntheitsgrad, fördern ihr Image und generieren Leads.  Vorausgesetzt, die Messe findet statt. Ob in Berlin, Paris, Genf oder Leipzig – als Folge von COVID-19 wurden bereits hunderte Messen weltweit abgesagt. Ein wichtiges Marketinginstrument scheint lahmgelegt.

Virtuelle Messen treten daher mit hoher Geschwindigkeit auf den Plan. Sie können eine echte Alternative zur realen Messe darstellen und gegenüber der traditionellen Messe neue Vorteile für Unternehmen und Kunden bieten.

Was bietet die virtuelle Messe Kunden und Veranstaltern?

– Zeitliche und örtlichen Unabhängigkeit

– Das Kundenpotenzial eines Veranstalters begrenzt sich nicht nur lokal auf eine Region, sondern kann ganzheitlich ausgeschöpft werden

– Aufwände für Besucher wie Fahrtzeit, Aufenthaltskosten etc. entfallen komplett und nehmen die Hürden eines Messebesuchs

– Die Aussteller sparen enorme Aufwände und Kosten

– Umfassende Möglichkeiten zur Event-Visualisierung: Messestände, Konferenzräume und Co. können individuell gestaltet werden

– Im Online-Messeumfeld werden die Inhalte weltweit und 24/7 präsentiert, die auf einem realen Event nur zeitlich (und teilweise räumlich) begrenzt verfügbar sind: Die Reichweite der zielgruppenoptimierten Inhalte ist somit bedeutend größer als bei einer traditionellen Messe

– Der Kunde findet alle Informationen an einem Ort, muss sich nicht dem stressigen Umfeld der Messe aussetzen und kann während des Eventzeitraumes jederzeit wiederkommen

– Mehrere Interaktionsmöglichkeiten, wie Live-Chat oder Videokonferenzen verbessern die direkte Kommunikation zwischen Kunde und Unternehmen

Wie funktioniert die digitale Form der Messe?

Im Zuge einer virtuellen Messe wird eine interaktive Website erstellt, die entweder eine eigene URL besitzt oder auf einer Unternehmensseite integriert wird. Die Interessenten können sich online einloggen und gelangen so in eine virtuelle Messeumgebung. Die Hallen und Stände wurden vorab von den Ausstellern oder mit Standard-Vorlagen CI-konform kreiert.

Für den virtuellen Rundgang der Kunden wird keine spezielle Software benötigt. Ein aufrufbarer Hallenplan schafft die nötige Orientierung auf der Messe. Mit wenigen Klicks finden sich die Nutzer in der Umgebung zurecht und die Elemente sind einfach abrufbar und selbsterklärend.

Wie werden Inhalte fachgerecht vermittelt?

Über Webinare, Chatfunktion und Webkonferenzen können Unternehmen mit ihren Kunden in Kontakt treten. Veranstalter vermitteln so beispielsweise anhand von Vorträgen ihre Produkte und Inhalte. Aus­tauschen können alle Teilnehmer sich im Video-Chat, während der Veranstaltung oder danach. So haben Veranstalter auf ihrer virtuellen Plattform die Möglichkeit, gezielt Zielgruppen anzusprechen und sie mit den passenden Themen zu bespielen. 

Fazit:

Veränderungen sind selten einfach, aber früher oder später notwendig – und meist lohnenswert. So verhält es sich auch in puncto Messe­: Im digitalen Zeitalter nutzen auch B2B-Unternehmen zunehmend neue Medien für die Kommunikation mit ihrer Zielgruppe. Je innovativer desto besser. Virtuelle Events sind eine echte Alternative zur realen Messe und bieten Vorteile für Unternehmen und Kunde. Der persön­liche Kontakt auf einem Messestand, bei einem Kaffee und mit dem zwischenmenschlichen Smalltalk wird da­durch natürlich nicht vollständig ersetzt – aber dafür entfallen Anfahrtswege und teils immense Kosten, es eröffnen sich neue Freiheitsgrade und Flexibilität.

Sven Eulberg
About 
Sven Eulberg ist einer der Gründer und Geschäftsführer der netclusive GmbH. Als Technik-Geek ist er immer auf der Suche nach Innovationen und Trends.