Süßer die Kassen nie klingen: Omnichannel als Strategie

Na, endlich. Stefan hält das vermeintliche Weihnachtsgeschenk für seine Frau in den Händen. Er hat es auf den letzten Drücker in einer Parfümerie online bestellt. Doch, was ist das? „Das ist ja ein Herrenduft!“ Für eine Rücksendung ist es zu spät. Da kommt ihm die zugehörige stationäre Parfümerie in den Sinn. Ob dort ein Umtausch vor Ort möglich ist?

Flexibilität und Mobilität charakterisieren den Kunden von morgen – so auch Stefan. Er möchte frei und flexibel wählen können, ob er seine Ware online oder offline kauft und im Internet oder Geschäft umtauscht oder bezahlt. Aus dem Herrenduft wird somit im Geschäft um die Ecke kurzerhand ein Damenduft. Schnell, unkompliziert und auf direktem Weg.

Nahtlose Einkaufserlebnisse über alle Kanäle hinweg

Das Omnichannel-Prinzip wird von immer mehr Händlern umgesetzt. Es schafft eine „unsichtbare“ Verschmelzung zwischen stationärem Geschäft und Online-Business. Durch den nahtlosen Übergang zwischen digitalen und traditionellen Verkaufskanälen ergibt sich ein bedeutender Mehrwert zugunsten von Neukundengewinnung, Wettbewerbsfähigkeit und Kundenbindung für den Händler.

Das stationäre Geschäft kann einerseits als verlängerter Arm zum Online-Gesamtsortiment fungieren und andererseits lässt sich das Filialwaren­angebot durch einen Online-Shop virtuell erweitern. Digitale Regalverlängerungen in Form von aufgestellten Terminals, Tablets oder durch Unterstützung eines Beraters im Geschäft geben dabei den Weg zum Gesamt­angebot frei.

Omnichannel als 360°-Instrument

Bestellen, kaufen und zurückgeben funktioniert beim Omnichannel kanalübergreifend – und zwar in sämtlichen denkbaren Richtungen. In der Praxis bedeutet dies beispielsweise: Der Interessent kann bequem vom Sofa aus ein breites Online-Sortiment nutzen, hat aber gleichzeitig die Möglichkeit, online erworbene Produkte in der stationären Filiale abzuholen, umzutauschen oder zurückzugeben. Dabei entfallen die Versandkosten für die Lieferung und eine Rücksendung. Außerdem können die bestellten Produkte vor Ort bereits begutachtet werden und sind dort oft schneller verfügbar als per Post. Zahlen kann der Kunde dann bei Gefallen des Produktes sowohl online als auch vor Ort.

Bei erklärungsbedürftigen oder testwürdigen Produkten kann sich der Interessent im Geschäft beraten lassen und die Ware aus- oder anprobieren. Zuhause lässt er sich in Ruhe das Angebot durch den Kopf gehen, um dann online zu jeder Zeit und an jedem Ort die Bestellung vornehmen und bezahlen zu können.

Ergo: Omnichannel öffnet einen breiten Handlungsspielraum. Die Verbindung von stationärem Handel mit E-Commerce, Mobile Apps sowie sozialen Medien birgt neue Chancen für Händler, ihren Umsatz zu steigern und die Reichweite ihres Produkts zu erhöhen. Jeder Kunde kann individuell den für sich besten Weg finden, um ohne viel Aufwand seine Ware zu handhaben. Es ergeben sich kürzeste Wege und die größtmögliche Flexibilität. So klappt’s auch mit dem Last Minute-Weihnachtsgeschenk.

David Remmler
Über 

David Remmler ist Marketing Manager bei der netclusive GmbH. In guten wie in schlechten Zeiten hält er zum 1. FC Köln, er mag die rote Asche des Tennisplatzes und er hat sich damit abgefunden, dass in seinen Skiurlauben immer schlechtes Wetter ist.

Keine Kommentare

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  Newsletter abonnieren (jederzeit wieder abbestellbar)